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Der Onlinehandel wächst stetig. Die Produkte werden meist in Einwegverpackungen verpackt, die durch den Endverbraucher entsorgt werden. Dieses System führt zu einem relevanten Ressourcenverbrauch und entsprechenden Abfallmengen. Praxistaugliche Mehrwegsysteme für Verpackungen im Online- und Versandhandel - wie sie im Projekt "praxPACK" konzipiert, entwickelt und erprobt werden - können einen erheblichen Beitrag zur Reduktion des verpackungsbedingten Ressourcenverbrauchs und der Abfallmengen leisten.

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Verpackungsmaterial im Online-Handel

Der Onlinehandel weist in Deutschland und Europa seit Jahren ein kontinuierliches Wachstum auf. Produkte im Onlinehandel werden dabei größtenteils in Einwegversandverpackungen verpackt, die nach dem Erhalt der Ware entsorgt werden. Dieses lineare Verpackungssystem führt zu einem hohen Ressourcenverbrauch und entsprechenden Abfallmengen. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass bei den privaten Endverbrauchenden in Deutschland pro Jahr über 750.000 Tonnen Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton und über 50.000 Tonnen Kunststoffverpackungen anfallen. Bis 2020 wird im Onlinehandel ein weiteres Wachstum von etwa 20 Prozent erwartet. Soll der Trend des stetig weiter wachsenden Ressourcenverbrauchs in diesem Bereich durchbrochen werden, so bedarf es innovativer Lösungen auf Logistik-Systemebene sowie Anpassungen der Geschäftsmodelle.

Hier setzt das Projekt "praxPACK" an: Ziel des Projekts ist es, einen Beitrag zur Etablierung und Verbreitung von Mehrwegsystemen im Onlinehandel zu leisten, um mittelfristig eine substanzielle Senkung des verpackungsbedingten Ressourcenverbrauchs - und hiermit verbundener Abfallmengen - zu erreichen. Hierfür sollen im Rahmen des Projekts unter Federführung des Verbundkoordinators Ökopol praxistaugliche Mehrwegkonzepte im Onlinehandel entwickelt und pilothaft praktisch erprobt sowie umfassende Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie die Geschäftsmodelle der am Onlinehandel beteiligten Akteurinnen und Akteure adaptiert werden müssen, damit die Nutzung der Mehrwegsysteme einzelwirtschaftlich tragfähig ist.

Dieses Wissen soll systematisch und anwendungsorientiert aufbereitet und verfügbar gemacht werden, um weitere verantwortliche Unternehmen aus dem Onlinehandel bei der Erprobung und Verbreitung der Nutzung von Mehrwegsystemen zu unterstützen.

 

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Kooperationslabor und Pilotvorhaben

Zentrales Element von "praxPACK" ist ein Kooperationslabor, in dessen Rahmen die Projektpartnerinnen und -partner konkrete Lösungselemente zum Aufbau praxisfester und selbsttragender Mehrwegsysteme erarbeiten werden. Dabei kommen dem intensiven Erfahrungsaustausch und den Lernprozessen bei der Erarbeitung möglicher Mehrwegkonzepte und notwendiger Geschäftsmodellanpassungen eine wichtige Rolle zu.

Basierend auf den gemeinsam von den Partnern entwickelten Lösungselementen und Mehrwegkonzepten werden in konkreten Pilotvorhaben bei Onlinehändlern Mehrwegsysteme erprobt und weiter ausgearbeitet. Diese Pilotvorhaben werden federführend von den drei beteiligten Onlinehändlern durchgeführt: Tchibo, OTTO und Avocado Store. Unterstützt wird die Umsetzung dieser Pilotvorhaben durch das Fachwissen der weiteren beteiligten Partner: Cargo Plast, RePack (Plan B), GVM und der assoziierten Partner: DPDHL, Jokey, bevh, Händlerbund und der Stiftung Initiative Mehrweg. Die Koordination des Gesamtprojektes hat das Institut Ökopol inne.

Ergebnisse (Stand Juni 2022)

Die ökologische Vorteilhaftigkeit von Mehrwegversandverpackungen wurde für verschiedene Fälle, in
denen Einwegverpackungen mit Mehrwegverpackungen in Bezug auf die resultierenden CO2-Emissionen verglichen wurden, belegt. Der im Jahr 2020 durchgeführte Pilottest bei Tchibo, OTTO und dem Avocadostore, in dessen Rahmen rund 14.000 Mehrwegverpackungen an Kund:innen des Onlinehandels versendet wurden, wurde umfassend ausgewertet. Tchibo konzipiert auf dieser Basis derzeit einen weiteren Pilottest, der im Jahr 2022 stattfinden wird. Als zentrales Hindernis für die breitere Etablierung von Mehrwegversandverpackungen konnte klar der zusätzliche ökonomische Aufwand identifiziert werden, der sich insbesondere aus dem Fehlen einer effizienten und kostengünstigen Rückführungslösung ergibt. Daneben wurden diverse mögliche Maßnahmen zur Optimierung der Kund:inneneinbindung sowie zur Optimierung der Verpackungsgestaltung identifiziert. In Bezug auf die Kostensituation von Mehrwegversandverpackungen wurden verschiedene Szenarien untersucht. Die Mehrkosten, die pro Sendung derzeit aus dem Einsatz von Mehrwegverpackung gegenüber Einwegverpackungen resultieren, belaufen sich auf 1,50 bis 3 Euro. Zwar zeigen Kund:innenbefragungen eine grundsätzliche Bereitschaft zusätzliche Kosten zu tragen, jedoch meist nicht in dieser Höhe.

Online-Toolbox und Handlungsempfehlungen

Die Erkenntnisse aus dem Kooperationslabor werden in eine Online-Toolbox überführt. Diese soll interessierte Onlinehändler bei der Initiierung und Implementierung eines Mehrwegsystems unterstützen.

Darüber hinaus werden fach- und branchenpolitische Handlungsempfehlungen abgeleitet. Dies umfasst die Identifizierung und Analyse bestehender Hemmnisse für die breite Etablierung von Mehrwegsystemen im Onlinehandel aufgrund gesetzlicher und untergesetzlicher Rahmenbedingungen sowie etablierter Branchenstandards der Logistikdienstleister, die Entwicklung von Lösungsvorschlägen zur Überwindung dieser Hemmnisse und die Ableitung und Abstimmung von Empfehlungen. Adressaten dieser Handlungsempfehlungen sind die zuständigen Ressorts in Deutschland und der EU sowie einschlägige Branchengremien.


Publikationen

Artikel im Magazin 320° Magazin (16.04.2020)

 

Projektflyer der Fördermaßnahme (deutsch / englisch) (März 2021)

Die Projektflyer bieten einen Einblick in die Inhalte und Ziele der ReziProK Projekte und stellen jeweils erste Ergebnisse vor.

Projektblätter der Fördermaßnahme (deutsch) (August 2019)

Die Projektblätter bieten eine Kurzübersicht über die einzelnen Projekte und deren Ziele.

 

Beiträge zu der ReziProK Transferkonferenz im Juni 2022

Poster (Juni 2022)

Präsentation (Juni 2022)

 

Beiträge zu der ReziProK Kick-off Veranstaltung im Dezember 2019

Poster (Dezember 2019)

Präsentation (Dezember 2019)