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Die zunehmende Neuproduktion von Elektronikgeräten, verbunden mit ausbleibenden Reparaturen, Refurbishing und Remanufacturingprozessen, führt zu erheblichen negativen Umweltauswirkungen und Ressourcenverlusten. Das Projekt "EffizientNutzen" greift diese Herausforderung auf und entwickelt, basierend auf realen Fallstudien, innovative, datenbasierte Geschäftsmodelle für die verlängerte Produktnutzung und Kaskadennutzung von Elektronikprodukten.

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Die globale Herausforderung

Die Neuproduktion von Elektronikprodukten in sogenannten Niedriglohnländern ist aktuell häufig preisgünstiger als Reparatur- bzw. Refurbishing- und Remanufacturingprozesse in Hochlohnstandorten wie Deutschland. Durch immer kürzere Innovationszyklen werden zudem neue Kundschaftsbedürfnisse erzeugt. Trotz des Wunsches vieler Menschen nach Gebrauchtgeräten oder Reparaturlösungen werden selbst bei hochwertigen Elektronikprodukten Reparatur bzw. Aufarbeitung in der Regel nicht in Betracht gezogen. In der Folge werden Altprodukte nach begrenzter Einsatzzeit durch neue Produkte ersetzt und bestenfalls stofflich bzw. energetisch verwertet. Das Ausmaß dieser globalen Problematik erreichte im Jahr 2016 einen neuen Höchststand mit 44,7 Millionen Tonnen Elektronikschrott.

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Datenbasierte Geschäftsmodelle

Vor diesem Hintergrund werden im Projekt "EffizientNutzen" innovative datenbasierte Geschäftsmodelle für die Kaskadennutzung und verlängerte Produktnutzung von Elektronikprodukten entwickelt. Dies erfolgt anhand von zwei zentralen Handlungssträngen. Der erste Handlungsstrang fokussiert auf die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells für die herstellerneutrale Reparatur von hochwertigen Elektronikprodukten als Dienstleistung im Bereich von Multimedia-Produkten, z. B. Lautsprecher, Radios, Fernseher, elektronische Spielzeuge. Der zweite Handlungsstrang fokussiert auf die Entwicklung von Geschäftsmodellen für die Rücknahme und gegebenenfalls eine Aufarbeitung von Elektronikprodukten für die erneute Vermarktung im Rahmen von Produkt-Service-Systemen am Beispiel von hochwertigen "High-end"-Laptops.

Die im Projekt durchgeführten Reparatur- und Aufarbeitungsprozesse sowie die dabei erhobenen Daten und gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Entwicklung eines Informationsportals ein und unterstützen die Ableitung neuartiger Geschäftsmodelle für die Kreislaufwirtschaft. Diese realisieren sowohl das Angebot von reparierten bzw. aufgearbeiteten Elektronikprodukten als Produkt-Service-System als auch die Vermarktung der gewonnenen Daten und Erkenntnisse. Das Informationsportal ermöglicht einen effizienten Informationsaustausch und dient als Verbindung zwischen den realen Fallstudien sowie zwischen Fachleuten und projektexternen Stakeholdern.

 

Erste Ergebnisse

Bei der Konzeption von Geschäftsmodellen für Reparatur- und kreislauffähige Remarketinglösungen steht eine systematische Einbeziehung ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte im Vordergrund, inklusive der identifizierten Barrieren und Herausforderungen in den beiden Marktsektoren.


• Der Gebrauchtgerätemarkt wurde am Beispiel Notebooks umfangreich recherchiert und die Warenflüsse (Sourcing, Verkauf) dokumentiert.
• Einstellungen zum Erwerb gebrauchter IT-Geräte sowie zur Beauftragung von Reparaturen wurden über Befragungen erhoben.
• Für eine kaskadierende Nutzung von Elektro(nik) geräten wurden die Marktstrukturen der Ersatzteilversorgung analysiert.


Schließlich ließen sich Kundschaftsanforderungen ermitteln, die im weiteren Verlauf bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen berücksichtigt werden. In der Praxisstudie Reparatur wird beispielsweise die Reduzierung der Reparaturkosten bzw. -preise über Optimierung und Umgestaltung der Prozesse untersucht.

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Wertschöpfungs- und Ertragsmodelle

Bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen fließen auch Digitalisierungsstrategien, Systeme zur gleichzeitigen Produktion und Retroproduktion sowie Netzwerke und Ersatzteilstrategien ein und werden um Ertragsmodelle ergänzt.
Es erfolgen ökonomische und ökologische Wirkungsanalysen, welche die wirtschaftliche Tragfähigkeit sowie die Eignung zur Reduzierung der Umweltauswirkungen erfassen. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse werden auf weitere Anwendungsdomänen übertragen und es werden Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Kreislaufwirtschaftssystemen sowie die Gestaltung von Geschäftsmodellen in Form eines Leitfadens zugänglich gemacht.

 


Publikationen

Reparaturstudie für defekte Elektronikgeräte (23.02.2021)

Link zur Registrierung für die Studie

 

Projektflyer der Fördermaßnahme (deutsch / englisch) (März 2021)

Die Projektflyer bieten einen Einblick in die Inhalte und Ziele der ReziProK Projekte und stellen jeweils erste Ergebnisse vor.

Projektblätter der Fördermaßnahme (deutsch) (Dezember 2019)

Die Projektblätter bieten eine Kurzübersicht über die einzelnen Projekte und deren Ziele.

 

Beitrag zu der ReziProK Kick-off Veranstaltung im Dezember 2019

Poster (Dezember 2019)

 

Bildnachweis:  TU Braunschweig; pixabay-dokumol; TU Braunschweig